Geschichte & Vision

Vitikulturelle Visionen

Portrait Franz Michael Mayer

Portrait Franz Michael Mayer

Ich hatte den Mut und pflanzte 1999 erstmals u.a. einen Sémillon, eine in Österreich bis zu diesem Zeitpunkt nicht gebräuchliche Rebsorte, in einer der besten Wiener Weinrieden in schönster Südlage oberhalb eines alten Mandelbaums aus. (Sémillon ist, neben Sauvignon Blanc, Königin unter den Weißweinsorten Frankreichs. Diese alte und bekannte französische Rebsorte hat auch im weltweiten Anbau Bedeutung und ist deshalb in den „Neuen Welt-Weinbauländern“ Australien, Kalifornien, Argentinien, Südafrika und Neuseeland verbreitet.) Sémillon, der Stoff aus dem auch der Chateau d’Yquem gemacht wird, ist alles andere als eine am Nußberg ansässige Rebe. Und das merkt man auch in meinen Weingärten rund um & am Wiener Nußberg.

 

 

 

 

NussbergSémillon/Grauburgunder-Weingarten mit Mandelbaum (Riede/Weinlage „Unger“)

Im Ried Ungern, einer Top- und meiner Lieblingslage, bildet den talseitigen und kalkreichsten Abschluss des Nußbergs mit lehmigen Sandboden sowie höchstem Muschelkalkanteil, der von einer längst vergangenen Meeresbrandung erzählt. Dieser Sémillon, der bei mir als Sémio vermarktet, aber klassisch Österreichisch, also auch in fruchtigem Stil und mittlerer Gradation vinifiziert wird.
Ein einzigartig dichter Chardonnay aus argentinischen „Mendoza“ Sätzlingen (dieser Chardonnay-Typ aus Argentinien zeichnet sich durch eine ungewöhnlich schöne & intensive Frucht aus); der typische Gemischte Satz vom Nußberg und viele andere individuelle Weinkunstwerke unterstreicht den internationalen Anspruch eines echten Wiener Weinmachers mit individuellem Charakter. Das betonende Credo ist die manuelle Rebkultivierung, wie maximale Konzentration bei der jede zweite Traube im Sommer geopfert bzw. reduziert wird.

 
 
fmmayerFruchtige SÉMILLON-Traube – (ausgesprochen „Sémio“)

Ebenso bekenne ich mich zur autochtonen Weinkultur bzw. alten Rebsorten.
Darum bewirtschafte ich auch seit 2005 einen über 50 Jahre alten Weingarten in Spitzenlage der Riede „Unger“ (nähe Sémillon-Weingarten) mit Weißburgunder sowie auch gleich daneben meinen vielgeliebten „Mendoza“-Chardonnay.
2007 erweiterte ich meine klassische Linie mit einer gut 30-jährigen Neuburger-Rebfläche, ebenso im oberen Teil vom „Unger“ (Riede).
2008 erwarb ich einen knapp 25-jährigen Weißburgunder im Ried Preussen, frisch durchsetzt nach alter Tradition mit edlen Rotgipfler-, Riesling- & Neuburger-Reben für den „Gemischten Satz Nußberg“.
2010 erstand ich in der 1. Lage von Ried „Langteufel“ (Lage Nußberg) einen 40-jährigen Gemischten Satz mit Grüner Veltliner-Dominanz und Roter Veltliner, Rotgipfler, Neuburger, Riesling, Gelber Muskateller & Gewürztraminer Ergänzung.
2014 erfolgte meine letzte und sehr wertvolle Errungenschaft… ein echter alter „Wiener Gemischter Satz“ aus 1960 u.a. mit alten Traminer & Müller Thurgau-Reben in der bekannten Nußberg-Ried „Preussen“! – Ich bewirtschafte derzeit knapp 2,5 Hektar Weingärten.
Mein nächstes (Weingarten-) Projekt heißt „schönin“ aus meiner absolut besten Lage „Goaßkeller“ (Großlage Nußberg). Es handelt sich hier um eine der feinsten & besten französischen Rebsorten, welche, bis auf Österreich, weltweit von Bedeutung ist. Eine neue Herausforderung! „Schließlich liegt es in der Hand des Menschen, Gutes entstehen zu lassen“, lautet einer meiner Leitsprüche.
Das Rezept für mein einzigartiges, unverwechselbares Raritätenkabinett: Große Lagen (jeder meiner Weingärten zählt zu den “Grand Crus” von Wien), niedrige Erträge (teilweise Traubenreduktion im Sommer), höchste physiologische Reife und akribische Arbeit vom Weingarten bis zur Flasche.